Der Mechaniker Gottlieb Suhner richtet 1864 im gemieteten Parterreraum eines Wohnhauses an der Degersheimerstrasse in Herisau eine Werkstatt ein. Dort stellt er Bestandteile aus Metall für Handwebstühle her und gründet damit die künftige Suhner & Co. AG. Bald verlegt er seine Tätigkeit auf den Bau von Zusatzapparaten für die Stickerei-Industrie.
Nach einigen schwierigen Jahren der Textilkrise erkennt Gottlieb Suhner neue Chancen durch die aufkommende Elektrifizierung. 1882 kauft er in Basel eine Drahtfabrik und bringt gleich auch das bisher dort beschäftigte Personal nach Herisau mit. Das Geschäft läuft aber erst richtig an, als Mechaniker Suhner seine im Eigenbau erstellten Präzisions-Flechtmaschinen in Betrieb nehmen kann. Schon bald darauf erstellt er in Brugg eine Zweigfabrik, um seinen besten Kunden, die BBC (heutige ABB), besser bedienen zu können.
Zur Jahrhundertwende beschäftigt das Unternehmen 77 Mitarbeiter; mit dem Kauf einer grossen Bleipresse nimmt der Gründer die Fabrikation von Bleikabeln auf.
Weil das inzwischen für die Kabelisolation verwendete, aus Deutschland importierte Gummimaterial seinen Qualitätsvorstellungen nicht entspricht, nimmt Gottlieb Suhner 1905 ein eigenes Gummiwerk zur Herstellung von Mischungen in Betrieb.
Nach dem Ersten Weltkrieg erweitert er schrittweise sein Produktprogramm: technische Hart- und Weichgummiformartikel, Oberleitungsmaterial, Behälter und Rohrauskleidungen sowie Walzenüberzüge werden ins Sortiment aufgenommen. Der Aufbau geht weiter:
Die Internationalisierung der Suhner & Co. AG wird in den sechziger Jahren durch die Gründung zweier Tochtergesellschaften in München und in der Nähe von London eingeleitet. Diese vertreiben vor allem das Hochfrequenz-Produktsortiment unter den Firmennamen SUHNER Elektronik GmbH bzw. SUHNER Electronics Ltd.
1964 feiert das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen. Mit einer Belegschaft von ca. 900 Mitarbeitern ist es mittlerweile zum grössten Industriebetrieb im Appenzellerland herangewachsen.